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4.»Nur Einsparungen, Kürzungen lösen unsere Probleme.«
Eines der beliebtesten Märchen; vor allem derer, die davon profitieren...
So erzählt man uns gerne, die hohen Sozialausgaben wären das größte Problem, und deshalb müsse hier gespart (gekürzt!) werden. Doch sind sie wirklich ein so großes Problem?
Was macht denn der Sozialhilfeempfänger mit den paar Kröten, die er bekommt? Richtig, ausgeben! Und damit bringt er das Geld in den Wirtschaftskreislauf zurück, und ermöglicht dadurch anderen Menschen Arbeit und Lohn! Das ist doch genau was wir brauchen!
All die Einsparungen und Kürzungen sind letztlich die Folge unseres Geldsystems, bei dem die Geldvermögen (und die Schulden) immer schneller wachsen, und für die Arbeit (Bildung, Kultur, Soziales...) immer weniger Geld bereit steht. Eine Lösung sind sie nicht!
Dass man uns die Kürzungen bei der Mehrheit der Menschen, die ihren Lebensunterhalt durch Arbeit verdienen oder verdient haben, als Heilanwendung verkauft, während das Kapital immer bedient wird, ist nicht nur zynisch, sondern falsch!
Kürzungen, egal ob nun direkte oder indirekte, bedeuten ja nichts anderes als weniger Geld für den Einzelnen.
Weniger Geld heißt aber gleichzeitig weniger Nachfrage –oder neue Schulden. Sinkende Nachfrage führt letztlich zu fallenden Preisen, zunehmender Arbeitslosigkeit, weiterer Verschuldung usw.
Wohin eine konsequente Sparpolitik führt, kann man gerade in Brasilien beobachten. Dort ist die Arbeitslosigkeit inzwischen bei einer Quote von 25% angekommen. Darum werden die Versuche zu sparen meist recht schnell wieder aufgegeben. Spätestens dann, wenn die Politiker bemerken, dass man damit eine Wirtschaft zusammenbrechen lassen kann.
Apropos:
Einen Kapitalismus ohne Schulden gibt es genauso wenig wie einen Gewinn ohne Verlust! Ganz im Gegenteil: damit die Geldguthaben mit Zinsen bedient werden können, braucht es Schuldner, um die Zinsen zu bezahlen. Zahlt einer (z.B. ein Unternehmen) seine Schulden zurück, muss nun ein anderer die Schulden „übernehmen", um das angelegte Kapital weiterhin mit Zinsen zu bedienen. Schulden-Abbau ist – global gesehen – nicht möglich. (Ausser durch die massive Vernichtung von Kapital)
Um es kurz zu machen: Immer neue Schulden und ständiges Wirtschaftswachstum sind der einzige „Ausweg" den uns unser Geld/Wirtschaftssystem lässt.
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