Das irritiert: Nationalökonom Albrecht Müller ist der Meinung, dass es um den Standort D gar nicht so schlecht steht. Und dass es noch besser laufen könnte — und zwar ohne große Reformen.
Gewollt werde der Bürger mit einer Reihe von "Denkfehlern, Mythen und Legenden“ konfrontiert: Denn weder sinkende Geburtenzahlen noch die Globalisierung seien ein unbekanntes Phänomen — seit den 70ern gingen die Geburtenzahlen zurück, und die Globalisierung sei spätestens seit dem Zeitalter des Imperialismus' ein alter Hut.
Trotzdem werde den Leuten das Gefühl vermittelt, es müssten schnell Lösungen für diese "neuen" Probleme gefunden werden.
Negative Schlagzeilen machen reformwillig
Auch die bei Unternehmenslenkern beliebten Forderungen "zurück mit der 40-Stunden-Woche“ und "mehr Arbeit fürs gleiche Geld“ seien fadenscheinig.
Tatsächlich betrage die durchschnittliche Arbeitszeit der Deutschen wegen betrieblicher Sonderregelungen oder unbezahlter Überstunden ohnehin schon 39,9 Stunden, und die Reallöhne seien in den letzten zehn Jahren kontinuierlich gefallen — ohne dass dadurch mehr Arbeitsplätze geschaffen worden seien.