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Mehrere Jahre lang hatten wir in Deutschland Nullrunden im Bereich der Anpassung der staatlichen Renten. Rentner bekamen also nicht mehr, was faktisch bedeutete, dass sie immer weniger hatten.
Jetzt beschließt die Bundesregierung eine Rentenerhöhung von 1,1 % (was angesichts einer dreiprozentigen Inflation faktisch einem Almosen entspricht), und schon melden sich Stimmen, die das kritisieren. Kein Geringerer als Roman Herzog, der ehemalige Bundespräsident, der auch Präsident des Bundesverfassungsgerichts war, warnt, dass die Staatsquote wachsen würde, wenn die Älteren die Jüngeren immer stärker zur Kasse bäten. Eine anhaltende Übervorteilung der Jüngeren könne gleichwohl grundgesetzwidrig sein.
Was erkennen wir daraus? Der Staat kann nichts anders, er muss die Renten irgendwann, irgendwie anpassen. Und wenn er's dann tut, und sei es nur in minimaler Weise, dann heben honorige Leute den Zeigefinger und bezweifeln die Legitimität.
Gibt es denn wirklich Menschen, die ihre persönliche Zukunft auf ein solches, gestatten Sie die Formulierung, "Lotteriespiel" aufbauen wollen? Welcher verantwortungsbewusste Familienvater kann denn guten Gewissens jahrzehntelang die Zukunft seiner Familie ausschließlich von einem solchen System abhängig machen?
Deutschland sei ein „Sanierungsfall“, meinte Bundeskanzlerin Angela Merkel. Wir hingegen stimmen mit unserer überwiegend unternehmerischen Kundschaft überein, dass das politische System in Deutschland den eigentlichen Sanierungsfall darstellt. Selten ist es schließlich einer Regierung so deutlich wie in den vergangenen Monaten gelungen, Hilflosigkeit im Hinblick auf die Lösung anstehender Probleme zu demonstrieren.
Zwei Parteien streiten verbissen darum, wer am besten weiß, wie es nicht geht. Dabei stellt die herrschende Situation jedoch nur den vorläufigen Abschluss einer verhängnisvollen Entwicklung dar.
Weder die derzeit handelnden Personen noch die beteiligten Parteien trifft hierbei die alleinige Schuld. Kollektiv überfordert sind sie jedoch allemal.
ALSO?! Wir brauchen keine Parteien mehr!
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