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Es entwickeln sich die nominalen Lohnstückkosten innerhalb Europas sehr stark auseinander.
Während die von Deutschland relativ konstant war, konnte für Frankreich ein starker Anstieg zwischen Mitte der siebziger und Mitte der achtziger Jahre festgestellt werden. Noch extremer sieht es für wirtschaftlich schwache Länder wie Spanien und Italien aus: Hier hält der Anstieg der nominalen Lohnstückkosten bis in unsere Zeit unvermindert an. Daran wird die sehr stark auseinanderlaufende Entwicklung in Europa deutlich. Früher konnten die schwachen Staaten noch durch eine Währungsabwertung ihre Wirtschaft stabilisieren, mit dem Euro baut sich nun zunehmend Sprengstoff auf.
Eine andere Ursache der Instabilitäten war die Bindung der Währung an einen Goldstandard, der auch heute wieder zunehmend gefordert wird.:
Anbindung des Geldes an einen Goldstandard und damit verbundene Deflationskrisen
Wird die Geldmenge an das Vorhandensein von Gold gekoppelt, dann bedeutet dies, daß eine dynamische Wirtschaft an einen statischen Bestand an Edelmetallen gefesselt wird. Wächst eine Wirtschaft, ist damit automatisch eine größere Geldmenge notwendig, um dem gestiegenen Handelsvolumen gerecht zu werden.
Wächst ein Kind (Wirtschaft), dann muß sich auch die im Körper befindliche Blutmenge (Geld) vergrößern, um den Körper (Wirtschaft) weiter ausreichend versorgen zu können. Kann jedoch die Blutmenge (bzw. Geldmenge) nicht zunehmen, kommt es zu Krankheit (Krisen) und Tod.
Weil jedoch die Goldmenge auf der Welt stark begrenzt ist, ist in einem Goldstandard die Wirtschaftsentwicklung einseitig eingeschränkt. Da sich die Wirtschaft - vor allem heute durch den technischen Fortschritt .- sehr dynamisch entwickelt, wird sie durch fehlende Geldmittel sehr schnell abgewürgt. Seit dem 19. Jhd. Gab es bei uns dreimal einen Goldstandard und jedesmal hat er zu Krisen und Kriegen geführt:
- Erster Goldstandard von 1873: Führte zu vielen Krisen u.a. zur schweren Deflationskrise von 1911/12 und in der Folge zum Ersten Weltkrieg.
- Zweiter Goldstandard von 1924: Führte dazu, daß die ganze Welt in die Große Weltwirtschaftskrise hineingezogen wurde. Erst eine Aufgabe des Goldstandards ermöglichte eine Erholung der Wirtschaft.
- Dritter Goldstandard im „Bretton Woods System“ von 1944: Der Dollar wurde goldgedeckt und alle anderen Währungen an den Dollar angebunden. Schon zu Beginn des System gab es schwere Krisen (bspw. verlor England allein 1947 in 6 Wochen 2/3 seiner Devisenreserven beim Versuch, dem Gold-Devisenstandard beizutreten). Bretton Woods scheitert endgültig 1973, als die schnell wachsende Nachkriegswirtschaft nicht mehr mit Gold zu finanzieren war.
Doch eine Goldwährung bringt noch weitere Nachteile mit sich:
Goldgeld brachte immer Armut
Die Geschichte lehrt: Eine Goldwährung und der Goldstandard lösen keine Probleme, sondern schaffen diese erst. Die Probleme beginnen damit, daß die meisten Länder überhaupt kein Gold besitzen und für die Einführung einer Goldwährung sich Gold von den wenigen großen Goldbesitzern der Welt zu deren Bedingungen und entsprechend hohen Zinsen leihen müßten. Die Deutsche Bundesbank wies darauf hin, daß gerade die Phasen des Goldstandards im 19. Jahrhundert ständige Deflationen verursachten. So war beispielsweise das letzte Viertel des 19. Jahrhunderts fast ganz deflationär, was mit dem Goldstandard und der fehlenden Geldanpassung an die gestiegene Bevölkerung und höhere Produktivität begründet wird.
Goldgeld verhindert den Währungspuffer zwischen den Staaten
Wenn alle Länder „am Gold hängen“, dann ist keine angepaßte Währungspolitik mehr möglich, weil die Wechselkurspuffer fehlen. Die schwächeren Länder bluten dabei regelrecht aus. Flexible Wechselkurse kompensieren die unterschiedlichen Entwicklungen zwischen Ländern. Fehlen diese Wechselkurspuffer, etwa weil verschiedene Länder eine einheitliche Währung haben, dann kommt es automatisch zu Spannungen. Die Resultate lassen sich anhand der Finanzkrisen der letzten Jahre studieren: Die Krisen in Asien, Rußland oder Argentinien begannen wegen fehlender Wechselkurspuffer. Unterschiedliche Länder brauchen unterschiedliche angepaßte Währungen. Gold bringt daher ein bisher vermeidbares Problem in die Währung. Und: Die wohl größte Aufgabe unserer Zeit, nämlich das Geld vom Zins zu erlösen, wird mit Gold unmöglich.
Goldgeld ist immer Zinsgeld
Durch Zinsgeld werden Schulden exponentiell solange vermehrt, bis sie nicht mehr bezahlt werden können. Am Ende müssen Schulden gemacht werden, nur um die Zinsen zahlen zu können. Wer erkannt hat, daß der Zins mit mathematischer Sicherheit in den Abgrund führt, muß auch einsehen, daß gerade Gold keine Lösung des Problems ist. Denn Gold läßt sich beliebig lange horten, und niemand wird es ohne eine „Belohnung“, also zinsfrei verleihen. Goldgeld ist das schlimmste Zinsgeld! Im Gegensatz dazu läßt Papiergeld sich so gestalten, daß es freiwillig auch zinsfrei weitergegeben werden kann und damit stabil ist. Auch für die Gesamtwirtschaft ist Goldgeld damit alles andere als vorteilhaft.
Angesichts dieser drei Fehler im Geldsystem, die sich immer wieder in der Geschichte wiederholen stellt sich die Frage, was uns in Zukunft erwartet?
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