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Vergegenwärtigt man sich noch einmal die drei grundlegenden Fehler in unserer Währungsgeschichte wie Zinssystem, Goldanbindung und feste Wechselkurse, dann wird deutlich, daß wir heute zwei dieser Fehlentscheidungen vorliegen haben und die Dritte davon (Goldanbindung) bereits wieder diskutiert und hoffähig wird.
Was bedeutet das für die Zukunft?
Das heißt, daß zwangsläufig wieder ein Crash kommen wird. Die Überschuldung durch das Zinssystem erzwingt einen Bankrott des ganzen Systems. Feste Wechselkurse verschärfen dabei die Situation, weil sich zusätzlich Ungleichgewichte (z.B. Handelsbilanzdefizite) aufbauen und keine korrigierenden Wechselkurspuffer die Lage entschärfen könnten. Besonders fatal ist es dabei für Europa mit seiner Euro-Einheitswährung, welche überhaupt erst durch eine Währungsreform wieder rückgängig gemacht werden kann.
Die Gefahr besteht, daß nach dem nächsten Crash wieder eine Goldwährung eingeführt wird, welche – wie die vorausgegangenen drei Goldstandarde auch – sehr schnell in Bedrängnis kommen wird. Dies gilt in erster Linie für unsere heute sehr schnell sich entwickelnde, dynamische Wirtschaft: Wird da nicht die Geldmenge der Wirtschaftsleistung angepaßt – was bei einer begrenzten Goldmenge unmöglich ist – dann wird sehr schnell die Wirtschaft abgewürgt und es entsteht eine Deflation.
Dabei verknüpft die Goldwährung sogar alle drei Fehler im Geldsystem: Die Unflexibilität einer Goldwährung, mit dem Zinssystem (Goldgeld ist immer Zinsgeld) und festen Wechselkursen (wenn die ganze Welt am Gold hängt, gibt es keine unabhängigen Währungen mehr).
Es ist also mit einem massiven Crash zu rechnen: Zuerst Zerfall der heutigen Zins-Papierwährung, dann wenige Jahre später möglicherweise nochmals der Zerfall der als scheinbaren „Lösung“ eingeführten Goldwährung.
Viele Menschen meinen heute, daß eine Währungsreform aus „heiterem Himmel“ als Hyperinflation kommen würde. Dies war vielleicht 1923 so, als Folge der hohen Reparationszahlungen nach dem Ersten Weltkrieg.
Nur ist bei der heutigen Lage mit einem etwas komplexeren Verlauf zu rechnen.
Deflation, Inflation, Währungsreform
Was in der heutigen Lage zu erwarten ist, ist etwas ganz anderes als 1923 geschah. Wir haben heute keinen erst kürzlich verlorenen Krieg, der uns plötzlich unbezahlbare Reparationsforderungen abverlangen würde, welche den Staat dazu zwingen würde, durch eine Inflation immer mehr Geld den Bürgern abzupressen. Der Verlauf der kommenden Währungsreform wird eher der von 1948 ähneln, als der von 1923. Erinnern wir uns, der Ablauf zum Währungsschnitt 1948 erfolgte folgendermaßen:
In den 20 er Jahren erfolgte weltweit ein Wirtschaftsboom, vor allem die Aktien stiegen immer weiter. Das alles war mit einer schnellen Überschuldung verbunden. Im Jahr 1929 kam es dann zuerst in den USA, dann weltweit zum Crash - die Wirtschaft brach regelrecht zusammen. Es kam zu einer großen Deflation. Erst durch die einsetzende Rüstungsindustrie und den darauffolgenden Weltkrieg konnte die Wirtschaft (insbesondere in den USA) wieder zum Laufen gebracht werden. Dieser Krieg mit seinen immensen Kosten konnte jedoch von allen Seiten nur über hohe Schulden und eine verdeckte Inflation bezahlt werden. Verdeckte Inflation deshalb, weil offiziell die Preise zwar festgesetzt waren, jedoch in Wirklichkeit wegen der Warenknappheit nur auf dem Schwarzmarkt real etwas erworben werden konnte. Dort waren die Preise dann um ein Vielfaches höher, als die offiziell festgesetzten Werte. Durch den verlorenen Weltkrieg wurde dann nach dem Krieg in Deutschland schnell klar, wie wertlos die Währung eigentlich war - niemand war mehr bereit, für die offensichtlich wertlose Währung Ware zu liefern, das Geld verlor die Akzeptanz in der Bevölkerung. Erst durch die Währungsreform konnte die Wirtschaft wieder zum Laufen gebracht werden.
Seither hat sich unsere Wirtschaftsleistung massiv gesteigert. Noch nie in der Geschichte wurde durch den technischen Fortschritt soviel Realkapital in solch einer relativ langen Friedenszeit (fast 60 Jahre seit der Währungsreform!) aufgebaut. Vergessen wurde jedoch, daß dies alles über Schulden finanziert wurde. Wir haben also heute eine gewaltige Überschuldung und durch die lange Produktion von Realgütern einen gesättigten Markt. Die Situation ist also ähnlich der Ende der 20er Jahre - nur noch dramatischer, da viel mehr Realkapital erschaffen wurde und der Markt damit noch gesättigter ist. So einen Waren- und Schuldenüberhang kann keine Inflation ohne vorhergehende Deflation so ohne weiteres auflösen
Es ist also viel wahrscheinlicher, daß vor einer Währungsreform erst noch eine Deflationskrise wie in den 30er Jahren einsetzt.
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