Du bist Deutschland (1 Leser) (1) Gast
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THEMA: Du bist Deutschland
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Deutschland vor 3 Jahren, 11 Monaten
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Aw: Deutschland vor 3 Jahren, 11 Monaten
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Du bist Deutschland vor 3 Jahren, 11 Monaten
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Aw: Du bist Deutschland vor 3 Jahren, 11 Monaten
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Aw: Deutschland vor 3 Jahren, 11 Monaten
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VON AMERIKA LERNEN HEISST SIEGEN LERNEN
So unterschiedlich Amerikas Präsidenten in den vergangenen 50 Jahren auch waren. Sie waren in einem alle gleich. Sie alle waren wahre Könner in der Kunst der Lüge, wenn sie das eigene Land zu einem Krieg verführen wollten. Und ihre Methoden glichen sich. Diese "Gehirnwäsche mit Tradition" hat der amerikanische Wissenschaftler Norman Solomon erforscht, und die beiden Dokumentarfilmer Loretta Alper und Jeremy Earp haben diese Geschichte in einem wunderbar eindrucksvollen Film erzählt.
Wie man sich den Krieg leicht macht. Norman Solomon zeigt, sogar Sprache und Rhetorik der Präsidenten war nahezu identisch, wenn die Kriegsmaschinerie in Gang gesetzt wurde und das amerikanische Volk jubelnd zur Seite stehen sollte.
Der Film zeigt sogar auch, wie Reporter und Moderatoren zeitgleich die Sprache der Präsidenten übernahmen. Politik und Medien, das zeigt der Film, arbeiten Hand in Hand.
Der Film wurde vom Oscar-Preisträger und Friedensaktivist Sean Penn gesprochen. Die deutsche Fassung in der Reihe die story spricht sein Synchronsprecher Tobias Meister.
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Aw: Deutschland vor 3 Jahren, 11 Monaten
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Retten Sie Ihr Geld. Es ist 5 Minuten vor 12.
Wenn ich die Augen schließe, sehe ich Menschen vor mir. Menschen die verzweifelt sind. Weil all das Geld, das sie mühsam in anstrengenden Jahrzehnten zusammengetragen haben, zwischen den Fingern zerrinnt. Ansehnliche Vermögen, die in „sichere“ Aktien und Fonds angelegt waren: in Luft aufgelöst? Tausende, zehntausende, hunderttausende von Euro, die in sichere Altersvorsorge eingezahlt wurden: nichts mehr wert, gar nichts, einfach weg. Ich sehe diese Menschen vor mir. Menschen, die 2008 noch glaubten, dass alles gut ist und für immer so weitergeht. Ich sehe diese Menschen schon wenige Jahre später: und sie haben nichts mehr - nur noch ihre Angst und ihre Verzweiflung. Ich möchte nicht, dass Sie zu diesen Menschen gehören. Ich weiß, dass es spät ist. Es ist 5 vor 12.
Stellen Sie sich vor Deutschland ginge pleite Unvorstellbar? Die Wahrheit ist: Deutschland ist bereits so gut wie am Ende. Schon in absehbarer Zeit kann es Deutschland in seiner jetzigen Form nicht mehr geben. Alles, was im Moment passiert, ist nur noch Konkursverschleppung. Sehen Sie selbst:
Jedem wird angst und bange, wenn er nur den aktuellen Stand der deutschen Staatsverschuldung anschaut: Mit 1.591,43 Mrd. Euro steht Deutschland 2007 in der Kreide. In Zahlen: 1.591.430.000.000 Euro. Und jede einzelne Sekunde kommen 539 Euro neue Schulden dazu. Und jetzt sage ich Ihnen: Das ist noch das kleinste Problem... Die 1,5 Billionen sind nur die alten Staatsschulden. Die Kosten der Wiedervereinigung. Die Zeche für all die Verschwendung in der Vergangenheit. Auch wenn jedem normalem Menschen flau wird: Diese 1,5 Billionen Euro Schulden sind das kleinere Übel. Wenn Sie sich anschauen, was noch auf uns zukommt, werden Sie verstehen: 2.000.000.000.000 Euro. Zwei Billionen Euro.
Auf diese Summe belaufen sich die Versorgungszusagen, die Deutschland bis 2040 eingegangen ist. Für wen? Für Deutschlands Beamte, die jetzt und in den nächsten Jahren in Pension gehen. Sie brauchen nur die Augen aufzumachen und sich in Ihrem Bekanntenkreis oder in der Nachbarschaft umzuschauen: In den 60er und 70er Jahren wurden Beamte in Heerscharen eingestellt. Die geburtenstarken Jahrgänge drängten in den sicheren Hafen des Beamtentums. Und nun beginnt es: Tausende, zehntausende, hunderttausende Beamten gehen jetzt und in den nächsten Jahren in die Pension. Bis 2030 sind es zusätzliche 600.000 Pensionäre. Und deren unumstößlich zugesagte Versorgung kostet bis 2040 die sagenhafte Summe von 2 Billionen Euro. 2.000.000.000.000 Euro, die aus den leeren Staatskassen bezahlt werden müssen.
Eine wirklich erschreckende Summe, aber was hat das mit mir und meinem Geld zu tun?? Wenn Ihnen gerade dieser Gedanke durch den Kopf gegangen ist, dann antworte ich mit einer Gegenfrage:
Ist Ihr Depot bald total wertlos?
Sie haben vielleicht eine ansehnliche Menge Ihres Gelds in Aktien und Fonds investiert, die Sie irgendwann gegen Euro verkaufen wollen. Vielleicht haben Sie eine Lebensversicherung, die irgendwann ausbezahlt wird. In Euro. Und was ist, wenn der Euro dann nichts mehr wert ist? Dann hat sich Ihr Depot in Luft aufgelöst. Alles verloren. Und diese Gefahr ist real. Realer als Sie es sich vielleicht vorstellen. Denn: Nehmen Sie die jetzt schon vorhandenen 1,5 Billionen Staatsschulden. Nehmen Sie die 2 Billionen an Pensionszusagen. Wie soll das bezahlt werden? Die Antwort der Politiker wird so sein, wie sie schon immer ist: Diese Schulden werden mit der Gelddruckmaschine bezahlt. Inflation. So war es schon immer, so wird es auch jetzt wieder sein:
Die Inflation kommt. Zwangsläufig. Weil die Politiker nur damit die Schulden drücken und den Staatskonkurs noch weiter verschleppen können. Halten Sie sich vor Augen: Wenn Deutschland jetzt 1,5 Billionen Euro Schulden hat und eine Inflation von sagen wir einmal 4 %: Dann sind das sage und schreibe 60 Milliarden Euro, die der Staat gewinnt.
Aber wer zahlt die Zeche?
Wer zahlt? Sie als Anleger! Weil Ihre mühsam erarbeitetes und investiertes Geld Ihre Renditen werden nicht nur von den steigenden Steuern aufgefressen, sondern von der Inflation in Grund und Boden getreten. Ich sage es Ihnen: Wer weiterhin auf die althergebrachten Formen der Geldanlage vertraut, der vernichtet sein Geld. Wenn erst einmal die Inflation 8%, 10% und mehr beträgt, dann werden die meisten aufwachen...
Die Anzeichen dafür, dass die Inflation jetzt anfängt zu galoppieren und dass die Märkte, wie wir sie kennen, bald nicht mehr bestehen werden - die Anzeichen dafür sind unübersehbar:
• Der Präsident der Deutschen Bundesbank, Axel Weber, der von Amts wegen vorsichtig in seiner Wortwahl sein muss, rechnet schon für 2008 mit einem „kräftigen Anstieg der Inflation“ Tatsächlich ist die Inflation schon im November 2007 so hoch wie schon seit 14 Jahren nicht mehr: 3,1%.
• Mit immer mehr Sondersteuern versucht der Staat die Löcher zu stopfen. Und sorgt dafür, dass Ihr Geld immer weniger wert ist: Solidaritätszuschlag, "Reichensteuer", Abgeltungssteuer ... Wo er nur kann verkauft der Staat das Tafelsilber - oder versucht es verzweifelt: Post, Telekom, Bahn?
• Schon beginnen die Insider unter den großen Anleger, sich klammheimlich aus den bekannten Währungen zu verabschieden und in Gold zu investieren. In Gold! Nur in Krisenzeiten wird in Gold investiert! Schauen Sie genau hin: Seit 2001 kletterte der Preis für die Feinunze Gold von 256 $ bis auf aktuell knapp 800 $. Die Großen haben begonnen, Vorräte zu bunkern - für die schwierigen Zeiten.
• Und über Amerika haben wir noch gar nicht gesprochen! George W. Bush hat in seiner Amtszeit alleine schon mehr neue Schulden angehäuft als alle vorherigen Regierungen seit 1776 zusammen. Selbst große Unternehmen in Deutschland sind von dieser US-Finanzkrise schon betroffen. Jahrelang hat die amerikanische Regierung Dollar gedruckt - und jetzt kommt die Quittung: Der Wert des Dollars befindet sich beinahe im freien Fall. Betrifft uns nicht? Von wegen:
• Erste deutsche Großunternehmen läuten die Alarmglocken. Und zwar ganz laut: Die Inflation in den USA und der sinkende Dollarkurs bringen den Flugzeugbauer Airbus in eine lebensbedrohliche Lage. Und das hat nicht irgendwer gesagt, sondern der Airbus-Chef, Thomas Enders persönlich.
• Die Folgen der Finanzkrise in den USA klopfen schon an unsere Haustür: Gerade erst standen unsere britischen Nachbarn vor der Filiale der Northern Rock Bank, um wenigstens ein paar Reste ihres Gelds zu retten. Durch die Immobilienkrise in den USA war die bis dahin angesehene Bank in den Abwärtsstrudel geraten. Ich frage Sie: Wollen Sie so lange warten, bis Sie selbst in einer solchen Schlange vor Ihrer Bank stehen müssen? Jetzt haben Sie es noch in der Hand:
Sie können jetzt noch handeln. Bevor 2008 die Inflation richtig beginnt, Ihr Vermögen anzuknabbern. Bevor auch bei uns erste Banken in den Abgrund gerissen werden. Bevor die Schulden den Staat in weitere aberwitzige Steuerpläne treibt.
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Aw: Deutschland vor 3 Jahren, 11 Monaten
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Aw: Deutschland vor 3 Jahren, 11 Monaten
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Hungrige Kinder mitten in Deutschland
Es ist eine Tatsache, dass zunehmend Kinder mit knurrendem Magen im Schulunterricht sitzen. Konzentrationsschwäche, Zappeligkeit und schlechte Noten sind die Folgen. "Für 2,57 Euro pro Tag kann man kein Kind gesund und vollwertig ernähren", beklagt der Armutsforscher Professor Roland Merten von der Universität Jena. Genau den Betrag aber habe ein Hartz-IV-Empfänger für sein Kind zur Verfügung.
Die CDU-Bundestagsabgeordnete Antje Tillmann hingegen meint, dass es viele Eltern mit geringem Einkommen gibt, die ihre Kinder trotzdem gesund ernähren. Dr. Claus-Peter Lochner, Leiter der Christophorusschule in Erfurt, hat jetzt Alarm geschlagen. Ihm tut es weh, hungrigen Schülern kein Essen geben zu können. Allein in seiner Einrichtung sind 6.000 Euro ausstehende Elternbeiträge für das Schulessen aufgelaufen. Beate Weber-Kehr, die Leiterin der Blankenhainer Tafel, kennt viele Kinder, die kein oder nur unzureichendes Pausenbrot mitbekommen.
Wer trägt die Verantwortung dafür? Versagen die Eltern oder der Staat?
FAKT heute 12.30 Uhr oder hier zum Nachlesen!
http://www.mdr.de/fakt-ist
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Letzte Änderung: 04.03.2008 12:43 von Eurodealer.
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Aw: Deutschland vor 3 Jahren, 10 Monaten
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Armes Deutschland
Millionen Menschen aus der Mittelschicht rutschen ab Autorin : Birgit Kappel
Dieter Pramps-Kastenhuber und Hans-Joachim Homeier – zwei Männer, die zur klassischen Mittelschicht dazugehören. Zwei, die einen Job haben und ein Einkommen, das eigentlich reichen müsste für ein sorgenfreies Leben.
Dieter Pramps-Kastenhuber: "Ich tu und mach und racker und habe immer so das Gefühl, ich hechte eigentlich eher hinterher, als wie, dass ich mal an einen Punkt komme, wo ich das Gefühl habe, ich kann mal durchschnaufen."
Er ist ständig unterwegs. Dieter Pramps-Kastenhuber arbeitet als Sozialarbeiter, sucht für schwerst erziehbare Jugendliche Pflegefamilien in ganz Bayern. Auch Kastenhubers Frau arbeitet. 24 Stunden pro Woche in der Schwangerenkonfliktberatung im Gesundheitsamt Landsberg. Gemeinsam haben sie drei Kinder, wohnen in einer alten Scheune, die sie liebevoll ausgebaut haben. Das Nettoeinkommen der Familie beträgt gut dreieinhalb Tausend Euro inklusive Kindergeld. Das hört sich nicht wenig an. Doch Constanze Kastenhuber rechnet vor, was der Familie am Monatsende nach Abzug aller Fixkosten übrig bleibt und das sind gerade mal 665 Euro, macht 133 Euro pro Person.
Constanze Kastenhuber: "Darin sind Essen, Trinken, Kleidung, alles einfach, was so zum Leben dazugehört, dass man sich wünscht in der Mittelschicht, also wenn man einfach arbeiten geht, dass man ein gutes Leben hat, kein Luxus, ein gutes Leben und das kann mit 133 Euro pro Person nicht aufgehen."
Homeier aus Essen ist ein klassischer Mittelständler. Er hat eine Dachdeckerfirma mit 25 Angestellten. Außerdem ist er Kreishandwerksmeister. Er weiß also, wie es um die Firmen in seiner Umgebung bestellt ist.
Hans-Joachim Homeier: "Vor allen Dingen bei den Bau- und Ausbaubetrieben, dort fehlen die entsprechenden Aufträge mit den notwendigen Gewinnen. Hier wird wirklich für Null Mark gearbeitet. Es bleibt nichts über."
Homeier selbst hat in den letzten Jahren 250.000 Euro Privatvermögen in seine Firma gebuttert. Geld aus Zeiten, als es den Handwerkern noch besser ging. Er ist das, was man altmodisch gesprochen wohl einen Ehrenmann nennt. Jeden seiner Mitarbeiter und deren Familien kennt er persönlich und keinen einzigen hat er in den schweren Zeiten entlassen.
Thorsten Homuth, Dachdecker: "Ich kenn viele Arbeitskollegen von früher, die leben heute von Hartz IV. Es ist traurig, aber wahr. Und wo das hinführen soll, in der heutigen Zeit, weiß man nicht. Die Zukunft ist unsicher, sag ich offen und ehrlich."
Die Angst ist berechtigt. Markus Grabka vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung hat herausgefunden, dass die Mittelschicht seit dem Jahr 2000 um 5 Millionen Menschen geschrumpft ist.
Markus Grabka, Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung: "Die zentrale Gefahr für Deutschland ist sicherlich, dass wenn die Mittelschicht schrumpft, auch der zentrale Pfeiler wackelt. Das heißt, diejenige Gruppe, die die größte Abgabenlast trägt, sowohl in Bezug auf die Sozialabgaben als auch in Bezug auf die Steuerlast, wenn diese schrumpft, dann ist das gesamte Finanzierungssystem Deutschlands einfach auch in Gefahr."
Was einen wie Hans-Joachim Homeier fertig macht ist, dass die Belastungen für den Mittelstand in Krisenzeiten, in denen es darum geht Arbeitsplätze zu erhalten, nicht etwa zurückgegangen sind, sondern im Gegenteil immer höher werden.
Hans-Joachim Homeier: "Hier sehen Sie ein ordnungsgemäß funktionierendes Fahrzeug, welches einen Dieselmotor hat und nach den Vorschriften am Ende diesen Jahres nicht mehr eingesetzt werden darf. Wir haben acht Stück von diesen Apparaten, die müssten wir alle verschrotten, um dann acht neue Fahrzeuge zu kaufen. Kostenpunkt rund gerechnet eine viertel Million Euro. Ich darf Ihnen sagen, dieses Geld steht in der Firma nicht zur Verfügung. Ich weiß nicht wie wir dann überhaupt noch unsere Baustellen anfahren sollen."
Markus Grabka, Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung: "Wenn der Mittelstand weiter unter der Verunsicherung leidet, wird er sicherlich weniger bereit sein, hier weiter zu investieren und neue Arbeitsplätze zu schaffen. Das wäre natürlich für Deutschland ausgesprochen negativ, weil der Mittelstand derjenige ist, der in Deutschland in den letzten Jahren besonders viele Arbeitsplätze neu kreiert hat."
Hans-Joachim Homeier wird seinen Dachdeckerbetrieb jetzt abgeben, an seinen Neffen und einen engen Mitarbeiter. Und er ist froh darüber. Denn was ihn noch am allermeisten ärgert, ist der große bürokratische Aufwand, der in den letzten Jahren exorbitant zugenommen hat.
Hans-Joachim Homeier: "Vor 40 Jahren, als ich noch jung war, hatte ich selber die Möglichkeit eine Steuererklärung zu machen, was heute nicht mehr möglich ist. Da war diese Steuererklärung fünf Seiten stark und das reichte aus. Ich habe mir die Mühe gemacht jetzt mal vom Jahre 2007 die Steuererklärung an der Seitenzahl zu messen und komme auf insgesamt, man glaubt es nicht, auf 126 Seiten. Das ist unser Staat."
Auch Familie Kastenhuber weiss, was es bedeutet, Zusatzleistungen aufbringen zu müssen, die es früher so nicht gegeben hat. Sohn Joscha trägt seit einiger Zeit eine Zahnspange. Drei verschiedene Ärzte haben das geraten. Die Krankenkasse zahlt trotzdem nicht. Kosten: 4.000 Euro. Zahnspange statt Klavier, heißt es deshalb bei den Kastenhubers. Obwohl es ein Familienerbstück ist, wird das 130 Jahre alte Schmuckstück jetzt verkauft.
Constanze Kastenhuber: "Ich liebe dieses Instrument, weiß aber auch, dass ich das Geld jetzt brauche, einfach um unser Konto zu sanieren, die Zahnspange zu finanzieren und dadurch unseren Alltag wieder ein bisschen leichter zu machen. Es steht im Moment ungenutzt, es war eine Vernunftentscheidung. Aber mein Herz blutet schon."
Familie Kastenhuber und Hans-Joachim Homeier – Menschen, die Arbeit haben, Steuern zahlen und Verantwortung tragen. Sie sind das Rückgrat der Gesellschaft. Die klassische Mittelschicht. Fragt sich allerdings, wie lange noch.
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Aw: Deutschland vor 3 Jahren, 10 Monaten
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Die Macht des Volkes von Dr. Bernd Niquet
Wie herrlich, dass es fuer den normalen Menschen doch noch moeglich scheint, einen winzigen Einfluss auf das grosse Weltgeschehen zu nehmen. Die Proteste gegen den Olympischen Fackellauf haben diesen fuer kurze Zeit gestoppt. Der Sta- chel, der den Chinesen hier im Fleisch sitzt, wird immer dicker, und die Entzuendung dort herum immer eitriger.
Dass die Chinesen sich von all dem nichts anmerken lassen, aendert daran nichts. Auch die chinesische Mauer wird frueher oder spaeter fallen. Der stete Tropfen nagt am Stein. Und die Olympischen Spiele leisten einen grossen Beitrag dazu. Gaebe es keine Spiele in China, wuerde heute niemand ueber Tibet sprechen. Wie herrlich, dass man eben doch Einfluss nehmen kann.
Die Gefuehle beim Anblick der Fernsehbilder sind maechtig. Doch kurz danach kommen sie dann wieder, die ganz normalen Sachen, die Sachverwalter, die Sachzwaenge, die Schachtelhuber, Postenverwalter, Bedenkenverwalter. Der Sportdezernent beim Ministerium sagt, der zustaendige Staatssekretaer sagt, der Senatsbeauftragte fuer den Sport sagt, der Sprecher des Verbandes sagt, die Sportvertretung sagt, die Sportinteressenvertretung sagt, alle sagen, was alle sagen, bis alles gesagt ist, und zwar von jedem. Doch letztlich ist gar nichts gesagt.
Alles versickert, verkuemmert, wird hin- und hergeschossen in einem riesigen Netzwerk aus Leuten, die zu entscheiden haben, die nicht zu entscheiden haben, die wichtig sind und nicht wichtig sind, die Geld dafuer kassieren, die viel Geld dafuer kassieren und die sehr viel Geld dafuer kassieren. Und bedeutend, bedeutender und am bedeutendsten werden. Die mitreden koennen, wollen, muessen, Reden halten, hinter den Kulissen tuscheln, Vorredner, Nachredner, wichtig, wichtig, wichtig allesamt. Medienaufmerksamkeit. Bedeutung bedeutend.
Und dann wird irgendwo ein Baby im Wald gefunden, und die ganze Maschinerie macht kehrt und laeuft von Neuen an. Die Armee sucht den Wald ab, die Luftwaffe betreibt Aufklaerung, Infrarotgeschuetze, Sonderkommissionen, mehrere Millionen fuer ein totes Baby. Doch wenn dann der Nachbar um die Ecke mit Messern bedroht wird, dann ist nirgendwo jemand zu Stelle. Wir kommen einfach nicht mehr durch den Wust. Wir gehen unter in unseren eigenen Fallstricken. Und wir sind gefesselt durch unsere eigenen Haltegurte.
Der Rechtsstaat ist zu hundert Prozent damit befasst, sich mit seiner eigenen Rechtsstaatlichkeit auseinander zu setzen. Rechtsbrecher aller Art kommen dabei ungeschoren davon. Wir beschliessen zwar immer neue Gesetze, doch zum Ausfuehren fehlt uns schlichtweg die Kapazitaet. Das kleine Maedchen steht derweil in der Naehe und sagt zu seiner Mama: "Warum machen die denn das, wenn die das doch gar nicht duerfen?"
Ja, was hat das fuer Auswirkungen, wenn Gesetze zwar existieren, aber nicht mehr durchgesetzt werden, weil es nur noch Schwadronierer gibt?
Unsere Kinder werden einmal so werden, wie wir es ihnen als Gesamtheit vorleben. Das ist sicherlich die schlimmste Nachricht dieses Jahrzehnts.
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